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Gerüchte über neuen CEO Medienbericht über Rückzug von Elon Musk bei Tesla – Möglicher Nachfolger wohl schon gefunden

Tesla-CEO Elon Musk bei der Eröffnung der Tesla-Gigafactory in Grünheide im vergangenen März
Elon Musk bei der Eröffnung der Tesla-Gigafactory in Grünheide im vergangenen März. Er könnte die Rolles des CEO des Elektroauto-Unternehmens künftig in andere Hände geben.
© Political-Moments / Imago Images
Elon Musk will einem Medienbericht zufolge seinen Posten als CEO bei Tesla räumen. Es gibt Gerüchte über einen möglichen Nachfolger. Was würde dann aus Musk und seiner Rolle bei Tesla werden?

Elon Musk ist das Gesicht von Tesla. Kein anderer verkörpert den US-Elektroautohersteller so wie er. Doch laut einem Bericht des chinesischen Portals "Pingwest" soll der Tech-Milliardär seinen Rückzug als CEO planen – konkreter, als bisher bekannt. Der Präsident von Tesla China und globaler Vizepräsident des Unternehmens, Tom Xiaotong Zhu, soll demnach angeblich in die Fußstapfen von Musk treten. "Pingwest" beruft sich dabei auf nicht weiter genannte vertrauenswürdige Quellen.

Mitte November hatte James Murdoch, Vorstandsmitglied bei Tesla, bei einer Gerichtsverhandlung gesagt, dass Musk neulich einen Wechsel in der Führungsebene vorgeschlagen habe. Der derzeitige Tesla-CEO soll auch einen Namen für dessen Nachfolger genannt haben. Murdoch hielt sich diesbezüglich aber bedeckt. Antonio Gracias, ein ehemaliges Vorstandsmitglied und langjähriger Freund von Musk, erklärte laut dem Medienbericht, dass die Führungsebene von Tesla Gespräche über die Suche nach einem neuen CEO geführt habe. Dieser sollte sich künftig um den Vertrieb, Finanzen und Personalwesen kümmern, damit sich Musk, der auch CEO von Twitter, der Raumfahrtfirma SpaceX, der Forschungsfirma Neuralink und des Tunnelbau-Unternehmens Boring Company ist, stärker auf die Technologieentwicklung bei Tesla konzentrieren könne.

Vieles spricht für den China-Chef 

Die Suche soll jedoch nicht zum Erfolg geführt haben. Zhu soll damit als aktueller Präsident von Tesla China und globaler Vizepräsident der wahrscheinlichste und zugleich vielleicht sogar einzige Kandidat für den Chefposten sein. Zhu studierte Informationstechnologie und machte einen Master an der Business School in Durham, North Carolina. Bevor er im April 2014 zu Tesla China kam, hatte er keine Berufserfahrung in der Automobilindustrie. Zhu arbeitete bei Tesla zunächst an dem Ausbau des Supercharger-Netzes und stieg Ende 2014 in die Unternehmensführung von Tesla China auf. Im Februar 2015 wurde der Chinese öffentlich als China Country Manager für Tesla bezeichnet. Knapp viereinhalb Jahre später wurde er zum Global Vice President und sogenannten President of Greater China bei Tesla. Daneben leitet Zhu seit Jahresbeginn auch die Tesla-Geschäfte in der asiatisch-pazifischen Region, zu der Singapur, Japan, Korea, Australien und Neuseeland gehören.

Das Geschäft in China läuft für Tesla ziemlich gut. 2021 lieferte das Unternehmen weltweit 936.000 Fahrzeuge aus, wovon fast 52 Prozent in der Fabrik in Shanghai hergestellt wurden. Mitte August dieses Jahres hatte der Elektroautohersteller die Marke von drei Millionen produzierten Fahrzeugen überschritten, wie Musk mitteilte. Ein Drittel davon fiel auf die Produktion in Shanghai. Einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge lieferte die Gigafactory Shanghai allein im vergangenen November 100.291 Fahrzeuge aus – ein Rekord für monatliche Auslieferungen. Das China-Geschäft stellt hinter den USA mit einem Anteil von 23,9 Prozent am weltweiten Umsatz des Unternehmens den inzwischen zweitgrößten Markt für Tesla weltweit. Musk lobte bereits mehrmals öffentlich die Produktionseffizienz und das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in China.

Tom Xiaotong Zhu spricht auf einer Veranstaltung von Tesla im chinesischen Hangzhou
Tom Xiaotong Zhu spricht auf einer Veranstaltung von Tesla im chinesischen Hangzhou (Archivbild aus 2015)
© China Foto Press / Imago Images

Zhu spielt wohl auch in die Karten, dass er eine sehr ähnliche Arbeitsmoral wie Musk habe. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Tesla China nahestehen, berichteten, dass der China-Chef quasi rund um die Uhr arbeite, auch in den frühen Morgenstunden auf berufliche Nachrichten antworte und hohen Erwartungen gegenüber seinen Angestellten habe. Darüber hinaus soll er ein gutes Verhältnis zu Musk haben. Dabei ist er einer von drei Führungskräften außerhalb der USA, die direkt an den Tesla-CEO berichten. So will "Pingwest" aus vertrauenswürdigen Quellen erfahren haben, dass Zhu einen Großteil der zweiten Jahreshälfte an den US-amerikanischen Standorten des Unternehmens verbracht habe, um mit Musk an diversen globalen Angelegenheiten zu arbeiten.

Musk musste neulich vor einem Gericht in den USA erklären, wie er seine Verpflichtungen als CEO bei mehreren Unternehmen gleichzeitig erfüllen will. Dabei sagte er, dass er eigentlich nirgendwo Chef sein wolle. Er sagte auch, dass er bei Tesla für die Technologie im Auto verantwortlich sei.

Elon Musk will Führungsrolle bei Tesla wohl nicht vollständig aufgeben

Sollte Zho tatsächlich neuer CEO von Tesla werden, dürfte dies jedoch nicht bedeuten, dass Musk damit seine Führungsrolle im Unternehmen vollständig aufgibt. Zho dürfte nicht die gleiche Macht innerhalb des Unternehmens haben wie jene, die Musk momentan hat. Demnach gebe es keine Anzeichen dafür, dass Musk technische Schlüsselaufgaben bei Tesla, wie die Produktentwicklung, das autonome Fahren, die Robotik etc. abtreten wolle. Zudem dürfte es keineswegs ausgeschlossen sein, dass Musk Führungskräften aus diesem Bereich weiter Anweisungen geben würde und er etwa Produkteinführungen von Tesla selbst vorstellen würde. Zhu dürfte hingegen neben der Leitung des Automobilgeschäfts einschließlich des Vertriebs wahrscheinlich auch die Führung der Gigafactories in den USA, China und Deutschland übernehmen. Dass Musk den Posten als CEO bei Tesla jedoch wirklich räumen wird, ist bislang nicht bestätigt.

Quellen: Pingwest

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