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iCar Günstiger als mancher Tesla: Apple Car soll 2026 wirklich anrollen – aber ohne ein wichtiges Feature

Ein Entwurf des Apple Cars in Frontansicht
Vielleicht, aber hoffentlich nicht, sieht das Apple-Auto so aus. Zumindest geht die Leasingfirma Vanarama davon aus.
© Vanarama / pr
Das Apple-Auto geistert seit vielen Jahren durch die Gerüchteküche. Wirklich konkret wurde es nie. Nun wagt Apple-Insider Mark Gurman einen neuen Anlauf – und will finale Details kennen.

Der Apple-Fernseher und das Apple-Auto – von diesen zwei angeblich geplanten Neuheiten spricht die Gerüchteküche seit Jahren. Doch so recht will daraus nichts werden. Zumindest in Sachen Auto will Mark Gurman, Apple-Experte bei "Bloomberg" konkrete Informationen haben. Demnach fährt Apple das offenbar ambitionierte Programm etwas zurück und plant ein eher konventionelles Auto, das schon 2026 vom Band rollen soll.

Apple Car offenbar keine Neuerfindung des Automobils

Die Entscheidung, sofern sie denn wirklich getroffen wurde, wirkt auf den ersten Blick wie ein Kompromiss. Zeitweise wurde gemunkelt, das Apple Car habe das Zeug, "Mobilität neu zu definieren". Dieser Meinung war Auto-Analyst Peter Fintl, als er Anfang 2021 mit dem stern sprach (hier erfahren Sie mehr). Die Rede war von autonomen Fähigkeiten, die selbst bei Tesla aktuell nur auf dem Papier existieren. Laut Gurman ist dieser Plan nun hinfällig.

Das Apple Car, so der Bericht, soll im ersten Schritt ein herkömmliches Elektroauto werden, dass nur auf der Autobahn quasi ohne Hilfe fahren können soll – wie Tesla. Demnach bekommt das Auto Pedale und ein Lenkrad – wovon manche Berichte lange Zeit nicht ausgingen, da man dem Fahrzeug vollständige Autonomie zutraute. Der aktuelle Zeitplan sehe vor, das Design des Autos bis 2024 abzuschließen, 2025 Testfahrten zu absolvieren und 2026 mit der Produktion zu beginnen.

Etwas überraschend ist der genannte Preis. Das Apple-Auto soll laut "Bloomberg" unter 100.000 US-Dollar kosten, was günstiger wäre, als die größeren Modelle von Tesla und deutlich unter dem läge, was Luxus-Marken für ihre Oberklasse-Fahrzeuge verlangen – wobei derzeit nicht klar ist, welches Segment Apple überhaupt bedienen will. 

Sofern das Apple-Auto tatsächlich eines Tages vom Band rollt, hat das Projekt eine bewegte Geschichte hinter sich. Bereits 2008 soll der inzwischen verstorbene Gründer Steve Jobs sein Interesse an einem "iCar" bekundet haben. 2014 soll es unter seinem Nachfolger Tim Cook konkrete Pläne für ein Fahrzeug mit Apfel-Emblem gegeben haben. Damals setzte man einen ehemaligen Ford-Ingenieur auf das Projekt an, auch bekannte deutsche Experten wie Johann Jungwirth sollen daran gearbeitet haben.

Und obgleich zeitweise Tausende an Apples Auto geschraubt haben sollen, ist bis heute kein Erlkönig oder Prototyp gesichtet worden. Im Gegenteil: Zum ersten Mal soll das Projekt bereits 2016 vor dem Aus gestanden haben (hier erfahren Sie mehr), als erste Entlassungswellen erfolgten. 

Apple nutzt eigene Hardware für Fahrzeugtechnik

Lange schien nicht sicher, in welche Richtung das Projekt nun steuern würde. Zeitweise soll Apple von der Idee eines eigenen Autos abgerückt sein, wollte sich vor allem auf die Entwicklung eines Systems für autonome Fahrzeuge und die Software konzentrieren. Danach folgte eine Zeit vermeintlicher Partnerschaften. So habe Apple unter anderem mit Volkswagen und Hyundai über mögliche Joint-Ventures diskutiert, zuletzt sollen auch Gespräche mit Toyota stattgefunden haben.

Über die finale Form des Fahrzeugs ist noch immer nichts konkretes bekannt – nur eben, dass es sich nicht länger um ein vollautonomes Auto handeln werde und der Preis unter 100.000 US-Dollar liegen solle. 

Gurman fügt seinem Bericht hinzu, dass Apple als zentrale Recheneinheit auf die eigenen M-Chips setze, die Rede ist von einem leistungsstarken Prozessor mit dem wohlklingenden Codenamen "Denali". Anders als Tesla soll sich Apple überdies nicht nur auf Kameras verlassen, sondern dem Auto auch Lidar-Sensoren und Radar-Sensoren spendieren wollen.

An der Verwirklichung der Pläne sind nach wie vor namhafte Experten beteiligt, beispielsweise Luigi Taraborrelli, ein ehemaliger Lamborghini-Ingenieur, Dr. Manfred Harrer von Porsche und Jamie Carlson, ein ehemals Verantwortlicher für Tesla-Software und Chef für autonomes Fahren bei Nio.

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